1000 Stieleichen und Co. als Beitrag zum Klimaschutz

Forstverwaltung der Stadt Rottweil beteiligt sich an Pflanzaktion des Gemeindetags / Fläche am Altenberg aufgeforstet

„1000 Bäume für 1000 Kommunen“ ist die Klimaschutzaktion des baden-württembergischen Gemeindetags überschrieben, an der sich auch die Forstverwaltung der Stadt Rottweil beteiligt. Derzeit wird eine etwa ein Hektar große Fläche im Rottweiler Stadtwald aufgeforstet, die Sturm und Borkenkäfer zum Opfer gefallen war. Gut 800 Stieleichen und 200 Begleitbäume wie Wildkirschen und Hainbuchen werden gepflanzt.


Haumeister Martin Schlecht, Bürgermeister Dr. Christian Ruf und Forstrevierleiter Martin Straatmann (von links) begutachten die Aufforstungsfläche auf dem Altenberg bei Neufra. 1000 neue Bäume werden hier dieser Tage im Rahmen der Klimaschutzaktion „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ des Gemeindetages gepflanzt (Foto: Stadt Rottweil).

Es ist ein kleines Naturidyll inmitten des Rottweiler Stadtwaldes: der Altenberg bei Neufra. Auf der Lichtung gibt es zwei Biotope, die nicht nur Kleingetier wie Kröten und Molche anlocken, sondern auch anderen Waldbewohnern als Wasserquelle dienen. Die Waldfläche, die hier einst stand, war in den vergangenen Jahren von Stürmen und dem Borkenkäfer arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Rahmen der Klimaschutzaktion des Gemeindetages wird diese Fläche nun aufgeforstet. Ziel der Aktion ist es, in 1000 Gemeinden in Baden-Württemberg jeweils 1000 Bäume zu pflanzen und damit einen aktiven kommunalen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – immerhin werden so Dank der Aktion eine Million zusätzliche Bäume die Wälder im Ländle bereichern.

Hübsch aufgereiht stehen die Stieleichen samt ihrer Begleitbäume wie Wildkirschen, Hainbuchen und Winterlinden da – feinsäuberlich in so genannte Wuchshüllen verpackt, um Konkurrenzvegetation und Wildverbiss Einhalt zu gebieten. Bürgermeister Dr. Christian Ruf und Forstrevierleiter Martin Straatmann haben die Aufforstungsfläche dieser Tage kurz vor Abschluss der Arbeiten begutachtet. Dr. Ruf informierte sich über die Maßnahme und lobt die „ökologische Bereicherung“ der Fläche. Die einst so beliebten Fichten-Monokulturen vermeide man heute und forste mit einer Mischung heimischer Gehölze auf, erklärt Martin Straatmann. Durch Mischkulturen sei der Wald weniger sturm- und käferanfällig. „Die Eiche ist hier heimisch, sie ist nur über die Jahrhunderte stark zurückgegangen“, so der Forstrevierleiter. Die jungen Bäume seien jedoch pflegeintensiv. Seine Mitarbeiter würden sich regelmäßig um die Flächen kümmern und die Jungbäume freischneiden, informiert Straatmann. Sieben bis zehn Jahre verbleiben die Bäume in den Wuchshüllen. Die Röhren sorgen für ein besonderes Mikroklima, was dazu führt, dass sich der Baum wesentlich robuster und damit widerstandfähiger entwickelt.

2800 Hektar Fläche umfasst der Rottweiler Forst. Etwa drei Hektar pro Jahr werden aufgeforstet. Auf vielen Flächen kommt auch Naturverjüngung zum Einsatz. Das heißt, dass sich der Wald auf diesen Flächen selbst regenerieren kann. „Wenn der Wald drumherum aber zu jung ist, dann funktioniert die Naturverjüngung nicht“, erklärt Staatmann, warum immer wieder auch gezielte Aufforstung vonnöten sei.

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