Neckar wird für Fische durchlässig gemacht

Gemeinderat besichtigt Baustelle an der Dreher’schen Mühle

Ein erster Baustein für die Landesgartenschau 2028 ist bereits in Arbeit: Die Stadt Rottweil lässt den Neckar bei der Dreher’schen Mühle für Fische durchgängig machen und hat dazu ein altes Wehr abgebrochen. Am Ufer laden Sitzsteine künftig zum Verweilen ein. Geplant sind auch eine Brücke und eine Restaurierung des alten Mühlrades.

Der Umwelt-, Bau- und Verkehrsausschuss des Rottweiler Gemeinderats schaut sich mit Oberbürgermeister Ralf Broß, Bürgermeister Dr. Christian Ruf und Mitarbeitern der Verwaltung die Baustelle an der Dreher’schen Mühle an.

Das Projekt Dreher´sche Mühle war Bestandteil der Bewerbung für die Landesgartenschau 2028. Im ersten Bauabschnitt wird nun der Neckar für Fische durchgängig gemacht, wie es eine EU-Richtlinie an dieser Stelle vorschreibt. Dazu wurde das ehemalige Wehr des historischen Mühlkanals abgebrochen. Die Wasserbauer haben aber darauf geachtet, den Neckar mit Flussbausteinen so zu gestalten, dass künftig noch genügend Wasser in den Kanal strömt, damit sich das Mühlrad drehen kann. Wegen des Hochwasserschutzes wurde eine Betonsperre notwendig. Diese ist jedoch so gestaltet, dass die Mühlen und der Kanal von der anderen Uferseite noch einsehbar sind. Nur im Ernstfall werden dort Barrieren aus Aluminium eingefügt und damit die Mühlen und ihre Bewohner geschützt.

Gemütlich wird es auf der Neckarseite gegenüber der Mühlen: Sitzsteine laden dort künftig zum Verweilen ein: Von dort haben Besucher einen herrlichen Blick auf das Ensemble Mühlen, Neckar und historische Innenstadt. Die Gestaltung des Ufers mit Sitzmöglichkeiten geht auf eine Idee von Schülern der Arbeitsgruppe Landesgartenschau des Rottweiler Jugendhearings zurück.

Einschließlich Planungshonorar und sonstiger Kosten betragen die Gesamtkosten für den Bauabschnitt 1 „Durchlässigkeit des Neckars und Hochwasserschutz“ rund 900.000 Euro. Die EU fördert die Maßnahme mit voraussichtlich 450.000 Euro.

In einem weiteren Bauabschnitt ist geplant, den historischen Mühlkanal und das Mühlrad zu sanieren. Durch die Errichtung eines neuen Steges sollen die Mühlen außerdem wieder an die Innenstadt angebunden werden. Im Zuge der Landesgartenschau könnte so eine durchgängige Verbindung entlang des Neckars bis zur Spitalmühle und darüber hinaus zum Gewerbepark Neckartal geschaffen werden.

Das ehemalige Wehr ist bereits verschwunden. Bis Weihnachten sollen die Spundwände aus dem Neckar entfernt sein. Fische können dann hier ungehindert passieren, wie es eine Richtlinie der EU vorschreibt. Am Neckar kann man künftig auf Sitzsteinen Platz nehmen und den Blick auf den Neckar, die historische Innenstadt und die Mühlen genießen.

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