Rottweil mit Förderprojekt „Natur nah dran“ ausgezeichnet

Gegen Insektensterben: Stadt legt mit NABU und Land Baden-Württemberg innerörtliche Lebensräume an

Erfolgreich beworben: Für das Förderprojekt „Natur nah dran“ konnte sich die Stadt Rottweil einen der begehrten Plätze für 2019 sichern. Die Stadt wird nun, zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. Dafür stehen jetzt Fördermittel bis zu 15.000 Euro zur Verfügung.

Rottweil setzt seine Aktionen gegen das Insektensterben und für mehr Biodiversität im Stadtgebiet fort. Unter anderem wird dieses Fläche am Nägelesgraben ökologisch aufgewertet. Bürgermeister Dr. Christian Ruf (links) erkundigte sich vor Ort über die geplanten Maßnahmen und gratulierte Stephan Frei (rechts) von der Abteilung Stadtplanung, der erfolgreich Fördermittel im Rahmen des Projektes „Natur nah dran“ von NABU und Umweltminisiterium mobilisiert hat (Foto: Stadt Rottweil).

„Dauerhafte Wildstaudenflächen in der historischen Innenstadt, wildbienenfreundliche Blühmischungen am Straßenrand oder ein Schmetterlingssaum am Fußweg – die Stadt Rottweil hat ein überzeugendes Konzept und auch schon konkrete Vorschläge zur Umgestaltung eingereicht“, berichtet Carolin de Mattia vom NABU Baden-Württemberg.

„Wir freuen uns, dass wir die Fachjury mit unserem Konzept überzeugen konnten“, so Bürgermeister Dr. Christian Ruf. „Wir konnten dabei erfolgreich auf Maßnahmen aufbauen, die wir bereits in den letzten Jahren zur Förderung der Biodiversität auf unserer Gemarkung umgesetzt haben.“

72 Bewerbungen waren beim NABU für das Projektjahr 2019 eingegangen. Aus diesen wählte die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Städtetages, des Gemeindetages, des Umweltministeriums Baden-Württemberg und des NABU, 13 Städte und Gemeinden aus. Diese werden bei der naturnahen Umgestaltung von jeweils bis zu fünf Flächen unterstützt. „Die Auswahl der Kommunen fiel uns dabei nicht leicht, da alle Standorte von mehr Wildblumenwiesen und Wildstaudenflächen profitieren würden“, sagt Carolin de Mattia.

In Rottweil ist die Umwandlung folgender Flächen geplant: die Grünfläche zwischen EDEKA „Culinara“ und der Nägelesgrabenstraße, zwei Grünflächen zwischen der Nägelesgrabenstraße und dem Fußgängerüberweg im Bereich des Spitals, die Fläche an der Einmündung der Nägelesgrabenstraße in die Oberndorfer Straße und die beiden Grünflächen am Verbindungsweg zwischen der Schlachthausstraße und der Oberndorfer Straße. Insgesamt werden so rund 800 Quadratmeter umgewandelt.

Insekten wie die Blauschillernde Sandbiene oder der Schachbrettfalter benötigen dringend neuen Lebensraum. Der fortschreitende Rückgang ihrer Bestände rückt immer mehr in den Blick von Öffentlichkeit und Kommunen. Das zeigt auch das große Interesse an „Natur nah dran“. Schließlich bietet der Siedlungsbereich ein erhebliches Potential: In allen Städten und Gemeinden gibt es Grünstreifen, Verkehrsinseln oder Brachflächen, die mit den passenden Wildpflanzen zu blühenden Biotopen werden können. Die im Rahmen des Projekts umgestalteten Flächen sollen auch als positives Beispiel dienen und zur Nachahmung anregen.

Von 2016 bis 2020 werden im Zuge des Projekts „Natur nah dran“ jährlich zehn Kommunen gefördert. 2019 wurden – wie auch schon erstmalig 2018 – drei zusätzliche Förderplätze an Städte und Gemeinden vergeben, die sich zum Teil schon mehrfach beworben und dabei von der Jury ebenfalls sehr gute Bewertungen erhalten hatten, aber knapp nicht unter die ersten zehn gekommen waren. Damit sollen auch die Anstrengungen gegen das Insektensterben verstärkt werden. Jede teilnehmende Kommune erhält eine Zuwendung in Höhe von 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 15.000 Euro. In der Summe enthalten sind unter anderem Workshops für kommunale Bedienstete sowie Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Hintergrund:

Für die Förderung im Rahmen von „Natur nah dran“ 2019 wurden ausgewählt:

  • Regierungsbezirk Freiburg: Bad Krozingen, Kehl, Lauchringen und Rottweil
  • Regierungsbezirk Karlsruhe: Edingen-Neckarhausen und Wiesloch
  • Regierungsbezirk Stuttgart: Eberdingen, Ilsfeld, Kornwestheim und Schwäbisch Hall
  • Regierungsbezirk Tübingen: Dürnau, Engstingen und Sigmaringen

Mit „Natur nah dran“ möchten NABU und Umweltministerium Baden-Württemberg Städte und Gemeinden mit Rat und Tat dabei unterstützen, Grünflächen im Sinne der Biodiversität umzugestalten. Das Land Baden-Württemberg hat 2013 die Naturschutzstrategie verabschiedet, in der unter anderem das Ziel festgeschrieben ist, die biologische Vielfalt in Kommunen zu fördern. In diesem Rahmen hat der NABU-Landesverband gefördert durch das Umweltministerium das Projekt „Natur nah dran“ gestartet. Der Gemeinde- und der Städtetag Baden-Württemberg unterstützen dieses Projekt.

Weitere Informationen: www.naturnahdran.de

Fotos naturnaher Blühflächen finden Sie unter: www.naturnahdran.de/download

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