Doku Einwohnerversammlung Mobilitätskonzept

Sie finden hier eine Doku der Einwohnerversammlung und weitere Informationen.

25. Oktober 2021

Die Stadt Rottweil hat die Einwohnerversammlung zum Mobilitätskonzept auf YouTube gestreamt. Einen Mitschnitt des Podiums können Sie dort weiterhin anschauen. Zudem haben wir die wichtigsten Grafiken und eine Fotogalerie des Abends für Sie zusammengestellt. Die Fragen, die während der Versammlung eingereicht wurden, werden beantwortet und ebenfalls auf dieser Webseite veröffentlicht. Wir bitten Sie jedoch um etwas Geduld, da dies einige Zeit in Anspruch nehmen wird – es sind rund 200 Fragen bei uns eingegangen.

Die Stadt Rottweil bedankt sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das große Interesse und die engagierte Beteiligung an der Versammlung. Weitere Beteiligungsrunden, etwa in Form von Workshops zum Thema Mobilität in Rottweil sollen folgen. Detaillierte Infos und ein FAQ zum Mobilitätskonzept finden Sie hier.

 

Nach der ersten Online-Infoveranstaltung zur Landesgartenschau 2028 im Mai, konnten sich die Rottweiler bei der Einwohnerversammlung am 25. Oktober detailliert und Live vor Ort über das Mobilitätskonzept informieren und auch selbst zu Wort kommen. Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag auf dem Friedrichsplatz und dem Nägelesgraben mit dem geplanten neuen Parkhaus und dem Zentralen Busumsteigeplatz (ZUP).

Gleich zu Beginn der Versammlung stellte Oberbürgermeister Ralf Broß klar: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“ Die Einwohnerversammlung sei als Auftakt für einen Dialog über die Zukunft der Mobilität in Rottweil gedacht. Weitere Beteiligungsrunden, etwa in Form von Workshops, zum Thema Mobilität in Rottweil sollen folgen.

Die Moderation des Abends hatten Hanna Kasper und Maximilian Stamm von der Agentur Translake GmbH übernommen. Sie baten den ersten Referenten, Detlev Maier vom Gewerbe- und Handelsverein, zum Eröffnungsstatement auf die Bühne. „Wir brauchen nicht mehr Parkplätze für die Landesgartenschau. Wir wünschen uns allerdings den Erhalt der jetzigen Parkplätze“, so Maier. Die wegfallenden Parkplätze durch den Bau des ZUP und die benötigten Parkplätze für die Besucher der Hängebrücke müsse man kompensieren, da nur so eine für den Handel und die Gastronomie funktionierende Innenstadt gewährleistet werden könne.

Im Anschluss stellte Carl Soballa, einer der Initiatoren der Unterschriftenliste gegen die geplanten Vorhaben, den Gedanken der „nachhaltigen Mobilität“ in den Mittelpunkt seines Vortrags. Weniger Verkehr und Autos, andere Verkehrsformen sowie effizientere Auslastung der vorhandenen Verkehrsmittel führte er dabei an. Die klare Abgrenzung des Begriffes „Mobilität“ von „Verkehr“ und „Auto“ wurde dabei mit Applaus begrüßt. Es gehe um bezahlbaren, zeitlich günstig getakteten ÖPNV sowie sichere Fuß- und Radwege. Eine Verkehrswende, weg von Verboten hin zu freiwillig gewählten alternativen Fortbewegungsmitteln, weil sie die Menschen günstiger, schneller und einfacher von A nach B bringen.

Ute Bott (Fahrraddemo) kritisierte die Priorisierung des Autoverkehrs und forderte, finanzielle Mittel in die Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu investieren, um eine langfristige Veränderung erzielen zu können. Ein Parkhaus würde den Verkehr in der Stadt negativ beeinflussen, neuen Autoverkehr generieren und den Umstieg auf den ÖPNV unattraktiver machen. Auch Bott machte auf die essenzielle Neustrukturierung des ÖPNV und ein sicheres Radwegenetz aufmerksam, um die Lebensqualität in der Stadt zu steigern.

Bürgermeister Hagen Breitling zeigte am Beispiel Nagold auf, welche Potentiale eine gelungene Verkehrsberuhigung für Innenstädte eröffnen kann. Möglich wurde dies in Nagold auch durch den Bau neuer Parkhäuser am Rande des Stadtkerns. Zudem konnte der Verkehr um die Innenstadt herumgeleitet werden. Wo früher eine Durchfahrtsstraße das Stadtbild prägte, lädt nun ein Platz zum Flanieren und Verweilen ein. Breitling betonte, dass eine Attraktivierung der Innenstädte nur gelingen könne, wenn es auch genügend Parkmöglichkeiten gibt, um die Innenstadt bequem zu Fuß erreichen zu können.

Bürgermeister Dr. Christian Ruf erläuterte im Anschluss das Mobilitätskonzept der Stadt Rottweil: Zentraler Ansatz sind Parkierungsschwerpunkte im Norden und Süden der Stadt, ein digitales Parkleitsystem, mehr Möglichkeiten für Radfahrer und Fußgänger zum Beispiel durch den Ausbau der Körnerstraße zur Fahrradstraße, zentrumsnahe Quartiersparkplätze für Anwohner und E-Ladestellen. Ruf betonte, dass alle Anwesenden das Ziel eine, den Verkehr zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität durch mehr Freiräume zu steigern.

Peter Sauter (Verkehrsplanung IGV) legte Zahlen aus Verkehrsberechnungen vor: Im Parkierungsschwerpunkt Nord würden 249 Parkplätze fehlen. Als Gründe nannte Sauter die Verlagerung des ZUP, den Bedarf von Anwohnerparkplätzen und den steigenden Bedarf durch den Tourismus. Es gehe im Wesentlichen nicht darum, neue Parkplätze zu schaffen, sondern das Parken neu zu ordnen. Wenn Parkplätze am Rande der Innenstadt für Anwohnerparken und den neuen ZUP genutzt werden sollen, brauche es einen Ausgleich der für die Allgemeinheit verlorenen Plätze.

Rudolf Mager vom städtischen Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung erläuterte, welche Standort-Alternativen von der Stadt für ein Parkhaus geprüft wurden: Der Gewerbepark Neckartal, der Bereich Bahnhof, das Gaswerk und die Aufstockung des Edeka- Parkplatzes stünden aus verschiedenen Gründen nicht zur Verfügung. Auch eine Tiefgarage mit Kosten von rund 80.000 Euro pro Stellplatz sehe man im Vergleich zum Parkhaus für rund 30.000 Euro als unwirtschaftlich an. Gegen Ende wurden die Gestaltungsmöglichkeiten des ZUP und des Parkhauses vom Verkehrsplaner Rolf Messerschmidt, präsentiert. Dabei zeigte die Stadt Rottweil auch erstmals Visualisierungen des geplanten Parkhauses aus Richtung der Schlachthausstraße und eine Vogel-Perspektive mit der historischen Innenstadt im Hintergrund.

Im Anschluss folgte dann eine Fragen- und Antworten Runde, hierbei konnten die Fragen sowohl im Saal als auch im Internet über die Plattform „Mentimeter“ gestellt werden. Über einen QR- Code konnten so alle Teilnehmer ihre Fragen über die Plattform verschriftlichen und an die Moderatoren senden. Viele Fragen wurden vor Ort beantwortet. Die übrigen Fragen, die während der Versammlung online eingereicht wurden, werden noch beantwortet und auf www.rw2028.de veröffentlicht.

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